{"id":2639,"date":"2021-04-13T00:00:00","date_gmt":"2021-04-13T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.isdv.net\/offener-brief-zum-restart-der-veranstaltungswirtschaft-nach-dem-21-september-2021\/"},"modified":"2022-11-08T20:42:43","modified_gmt":"2022-11-08T20:42:43","slug":"offener-brief-zum-restart-der-veranstaltungswirtschaft-nach-dem-21-september-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.isdv.net\/en\/offener-brief-zum-restart-der-veranstaltungswirtschaft-nach-dem-21-september-2021\/","title":{"rendered":"Offener Brief zum Restart der Veranstaltungswirtschaft nach dem 21. September 2021"},"content":{"rendered":"<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Offener Brief zum Restart der Veranstaltungswirtschaft nach dem 21. September 2021<\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,<\/p>\n<p>du\u0308rfen wir Sie beim Wort nehmen? Wie Sie mehrfach versprochen haben, soll bis zum 21. September 2021 jeder, der will, ein Impfangebot gegen Corona erhalten haben. Die deutsche Veranstaltungswirtschaft, die bekanntlich von den wirtschaftlichen Folgen der Krise am ha\u0308rtesten betroffen ist, geht aufgrund dieses Versprechens davon aus, dass damit nach dem 21. September 2021 auch alle Voraussetzungen dafu\u0308r vorliegen werden, dass auch o\u0308ffentliche Veranstaltungen wieder uneingeschra\u0308nkt stattfinden ko\u0308nnen.<\/p>\n<p>Wir fordern Sie, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, daher auf, Ihr Versprechen auch als O\u0308ffnungsstrategie fu\u0308r die Veranstaltungswirtschaft zu nutzen und dies entsprechend anzuku\u0308ndigen. Auch wenn das von Ihnen versprochene Impfangebot noch nicht bedeutet, dass es tatsa\u0308chlich von allen Bu\u0308rgerinnen und Bu\u0308rgern in Anspruch genommen wird, darf doch davon ausgegangen werden, dass am 21. September der weit u\u0308berwiegende Teil unserer Bevo\u0308lkerung das Angebot angenommen hat. Sofern Veranstaltungsbesuche nach dem 21. September von der Vorlage eines Impfnachweises abha\u0308ngig gemacht wu\u0308rden, ist fu\u0308r uns nicht ersichtlich, was ab dem 21. September gegen eine 100%ige O\u0308ffnung der deutschen Veranstaltungssta\u0308tten sprechen sollte. Und da nicht davon ausgegangen werden kann, dass tatsa\u0308chlich 100% der Bevo\u0308lkerung unseres Landes das Impfangebot bis zum 21. September angenommen haben werden, ko\u0308nnte der Einlass davon abha\u0308ngig gemacht werden, dass von nicht geimpften Personen das negative Ergebnis eines zeitnah durchgefu\u0308hrten Antigen-Tests vorgelegt wird. Die deutschen Veranstalter:innen vermo\u0308gen angesichts Ihres Versprechens nicht zu erkennen, was ansonsten noch geschehen mu\u0308sste, damit Kultur&ndash; und Wirtschaftsveranstaltungen tatsa\u0308chlich wieder uneingeschra\u0308nkt stattfinden ko\u0308nnen und der Wirtschaftszweig endlich die seit Monaten geforderte Perspektive erhielte.<\/p>\n<p>Die meisten Veranstalter:innen haben unter dieser Pra\u0308misse ihre seit Ma\u0308rz 2020 nicht selten bereits zum dritten Mal verlegten Veranstaltungen fu\u0308r den Herbst dieses Jahres bereits im Verkauf. Wenn auch diese Veranstaltungen erneut nur mit Abstandsregeln und damit nur unwirtschaftlich durchgefu\u0308hrt werden ko\u0308nnten, werden die Unternehmen dies trotz der diversen gro&szlig;zu\u0308gigen Hilfsangebote wirtschaftlich nicht u\u0308berleben. Dies umso weniger, da die vom Bundesminister fu\u0308r Finanzen so ausdru\u0308cklich angeku\u0308ndigte Ausfallfonds und Wirtschaftlichkeitsbonus offenbar ins Stocken geraten ist und im U\u0308brigen fu\u0308r den wirtschaftlichen B2B-Bereich ein entsprechender Fonds noch nicht einmal angedacht zu sein scheint.<\/p>\n<p>Da Veranstaltungsunternehmen das Risiko erneuter Absagen oder der Einschra\u0308nkungen von unter Vollauslastung geplanten Veranstaltungen nicht ein weiteres Mal tragen ko\u0308nnen, wird mangels der angeku\u0308ndigten staatlichen Absicherung zunehmend in Betracht gezogen, die Veranstaltungen bereits jetzt schon abzusagen. Die in der Branche ta\u0308glich zunehmende Unsicherheit bezu\u0308glich der weiteren Entwicklung fu\u0308hrt daher dazu, dass immer wieder aufgeschobene Arbeitsku\u0308ndigungen nun zunehmend ausgesprochen werden. Umso mehr ist die deutsche Veranstaltungswirtschaft auf das Vertrauen in Ihr Versprechen angewiesen.<\/p>\n<p>Unter welchen Umsta\u0308nden bis zum 21. September die O\u0308ffnung von Veranstaltungen auch schrittweise mo\u0308glich sein sollte, haben wir Ihnen bereits mit unserem Schreiben vom 08.02.2021 ausfu\u0308hrlich dargelegt. Mit unserem Ihnen u\u0308bersandten Manifest Restart haben wir ein O\u0308ffnungskonzept vorgelegt, mit dessen Umsetzung Veranstaltungsra\u0308ume zu einem sicheren Ort fu\u0308r das Publikum gemacht werden ko\u0308nnen, sodass die Infektionsgefahr gen null reduziert wu\u0308rde. Gema\u0308&szlig; den Versprechen des Bundesgesundheitsministers sowie nahezu aller La\u0308nderpra\u0308sident:innen sollen nun kurzfristig fla\u0308chendeckend Schnelltests angeboten werden. Unser Wirtschaftszweig hat bereits in vorgenanntem Schreiben den Vorschlag unterbreitet, fu\u0308r nicht geimpfte und auch nicht getestete Veranstaltungsbesucher:innen vor jedem Veranstaltungseinlass Schnelltests durchzufu\u0308hren. So ko\u0308nnte nicht nur sichergestellt werden, dass ausschlie&szlig;lich Geimpfte, Getestete oder Genesene Zugang zu den Veranstaltungen erhalten, sondern es wu\u0308rde damit auch eine wichtige Lu\u0308cke geschlossen werden, die dadurch entsteht, dass nicht jeder die o\u0308ffentlichen Testangebote nutzen wird. Insofern ko\u0308nnten Veranstalter:innen auch einen wertvollen Beitrag zur Nachverfolgung von Infektionen leisten.<\/p>\n<p>Unseres Erachtens kann unter Gewa\u0308hrleistung dieser Voraussetzungen sowie der zusa\u0308tzlichen Erarbeitung konkreter Hygienekonzepte und Einhaltung der u\u0308blichen Schutzbestimmungen auch au&szlig;erhalb von Modellversuchen eine schrittweise O\u0308ffnung von Veranstaltungssta\u0308tten durchaus ermo\u0308glicht werden. Wir bitten Sie daher hiermit nochmals, den La\u0308ndern auch dies zu empfehlen. Der hier geschilderte Blick nach vorne wu\u0308rde endlich nicht nur der Veranstaltungsbranche, sondern auch den Menschen in unserem Lande eine Perspektive bieten, die seit so langer Zeit weitgehend auf den Genuss von Kultur verzichten mu\u0308ssen. Die Menschen wu\u0308nschen sich nichts sehnlicher, als sich endlich wieder im sozialen Miteinander und mit mehr Lebensqualita\u0308t begegnen zu ko\u0308nnen. Idealerweise tun sie dies in einem kontrollierten Umfeld, welches die deutsche Veranstaltungswirtschaft mit ihrer Expertise durchaus gewa\u0308hrleisten kann. Dieser Blick nach vorne bedeutete aber auch eine Perspektive fu\u0308r zehntausende Unternehmen und Millionen von Erwerbsta\u0308tigen und abha\u0308ngig Bescha\u0308ftigten. Sie alle wollen nach achtzehn Monaten der Unta\u0308tigkeit wieder ihre Berufe ausu\u0308ben und nicht mehr auf staatliche Fo\u0308rderungen angewiesen sein. Mit einer entsprechenden Anku\u0308ndigung oder auch nur Empfehlung der Bundesregierung an die La\u0308nder erhielten sie schon jetzt die Hoffnung, dass nach langen Entbehrungen und langem Durchhalten spa\u0308testens im September 2021 eine Ru\u0308ckkehr zur Normalita\u0308t mo\u0308glich sein wird. Damit wu\u0308rde auch Ihre Regierung ein positives Signal in Zeiten setzen, in denen die negativen Nachrichten u\u0308berwiegen.<\/p>\n<p>Die deutsche Veranstaltungswirtschaft ist der sechstgro\u0308&szlig;te Wirtschaftszweig unseres Landes. Mit hohen Wertscho\u0308pfungseffekten in benachbarten Branchen wie Messe, Tourismus oder Gastronomie ist sie ein zentraler Motor fu\u0308r die Gesamtwirtschaft. Wie aber ko\u0308nnen Unternehmen eine Perspektive und Planungssicherheit erhalten, wenn es nach derzeit dreizehnmonatigem Veranstaltungs-Lockdown immer noch keine zeitliche Prognose fu\u0308r Verla\u0308ngerungen von Hilfsgeldern, geschweige denn die Hoffnung auf die Mo\u0308glichkeit der Berufsausu\u0308bung gibt? Wir sind daher davon u\u0308berzeugt, dass es dringend an der Zeit ist, dass sich Politik und Wirtschaft in dieser Pandemie gemeinsam noch sta\u0308rker als Teil einer Lo\u0308sung fu\u0308r dieses Land pra\u0308sentieren. Mit dem 21. September 2021 haben die Menschen ein klares Ziel, auf das sie sich freuen ko\u0308nnen und welches die Energie der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter:innen in eine positive Richtung lenkt.<\/p>\n<p>Wir bitten Sie daher darum, gemeinsam mit unserem Wirtschaftszweig ein Zeichen durch Ihre Botschaft zu setzen, dass uns ab Ende des Sommers wieder ein wirkliches Miteinander der Menschen gelingt. Damit wa\u0308re eine Aufbruchsstimmung in Deutschland geschaffen, welche zudem die Voraussetzung dafu\u0308r bieten wu\u0308rde, dass die Menschen die noch vor ihnen liegenden schwierigen Wochen leichter und disziplinierter ertragen werden. Und natu\u0308rlich erhielte damit auch die Veranstaltungswirtschaft die Perspektive, dass spa\u0308testens ab 21. September 2021 tats&auml;chlich ein uneingeschra\u0308nkter Restart mo\u0308glich sein wird.<\/p>\n<p>Selbstversta\u0308ndlich stehen Ihnen die Unterzeichner:innen jederzeit fu\u0308r weiterfu\u0308hrende Gespra\u0308che zur Verfu\u0308gung.<\/p>\n<p>Hochachtungsvoll<\/p>\n<p>Prof. Jens Michow<\/p>\n<p>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrender Pr&auml;sident Bundes- Verband der Konzert- und Veranstaltungs- wirtschaft (BDKV) e.V.<\/p>\n<p>Timo Feuerbach<\/p>\n<p>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Europ&auml;ischer Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC) e.V.<\/p>\n<p>Marcus Pohl<\/p>\n<p>Vorstand Interessengemeinschaft der selbst&auml;ndigen Dienstleister:innen in der Veranstaltungsbranche (ISDV) e.V.<\/p>\n<p>Axel Ballreich<\/p>\n<p>Erster Vorsitzender der LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm)<\/p>\n<p>Linda Residovic<\/p>\n<p>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin Verband f&uuml;r Medien- und Veranstaltungstechnik (VPLT) e.V.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a class=\"ProsemirrorEditor-link\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/hashtag\/wirgemeinsamjetzt?__eep__=6&amp;__cft__[0]=AZWkcFClTAY40FA9yifHnPtE-SqcJ7mfR7150hTzJisHsMzpnvEPJgFoC1DXzy8mJjNV_xT8lVYsKpjjOK7IefoFHJXcfBLF3koOaEsVi0sAOmv6UaSps_TiMvUvImONLjWabVgyC5KqQjiB11GzyEmNll2V912McsVwwabDM0OFgA&amp;__tn__=*NK-R\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">#WirGemeinsamJetzt<\/a><\/p>\n<p>&#8222;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offener Brief zum Restart der Veranstaltungswirtschaft nach dem 21. September 2021 Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, du\u0308rfen wir Sie beim Wort nehmen? Wie Sie mehrfach versprochen haben, soll bis zum 21. September 2021 jeder, der will, ein Impfangebot gegen Corona erhalten haben. 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