Best Practice and Knowledge Exchange – Ein Rückblick

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(v.l.n.r. ISDV-Vorstand und Referenten: Marcus Pohl, Holger Hübner, Jenny Pohl, Merten Wagnitz, Basty Duellmann, Björn Papendick, Sebastian Daume, Susanne Fritzsch, Andy Barth, Falco Zanini)

Mit 42 Teilnehmern aus den Bereichen Meister, Promoter, Produktionsleiter, Projektsteuerung, FASi, Bühnenbau und Technik war auf der ISDV-Veranstaltung „Best Practice and Knowledge Exchange“ ein breites Spektrum an Interessen vertreten. Die Vorträge und der anschließende Austausch zeigten den Bedarf nach Informationsveranstaltungen, in denen ein regelkonformer und praktischer Arbeitsprozess vorgestellt und erklärt wird.
Nach der Begrüßung durch den ISDV-Vorsitzenden Marcus Pohl eröffnete Holger Hübner, Geschäftsführer der ICS Festival Service GmbH und Mitbegründer des Wacken Open Air, die Vortragsreihe. Er stellte das Festival mit Bildern aus den letzten 27 Jahren und den Zahlen aus 2016 vor und gab Einblicke in die Entstehungsgeschichte und Entwicklung von den kleinen Anfängen 1990 bis zu dem Großevent, das es heute ist. Holger ermöglichte einen Überblick über die Infrastruktur seiner Organisation und die Notwendigkeit einer aufgeschlossenen Zusammenarbeit mit den Behörden und Anwohnern Wackens und den angrenzenden Gemeinden. Die Mischung aus lokalen Firmen und Mitarbeitern und den großen Playern der Branche macht dieses Festival so erfolgreich und beliebt.

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Anschließend hatte die Technikabteilung das Wort. Andreas Barth, Technischer Leiter des WOA und Inhaber der mb-media Event GmbH, koordiniert an Showtagen an die 200 Mitarbeiter. Für ihn sind deshalb klare Strukturketten und ausreichend Informationen die Basis seiner Arbeit. Die Key-Positionen werden mindestens mit Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik besetzt. Erfahrung, Weitblick und Reaktionsvermögen gehören zu den Grundkompetenzen seines Teams. Der von der technischen Leitung erstellte „Leitfaden Bühnenbetrieb“ fasst das mit Anhängen mehrere 100 Seiten umfassende Sicherheitskonzept auf die für den Bühnenbetrieb relevanten Informationen zusammen. Wie Andy Barth ausführt, wird das WOA nach Einführung der neuen MVStättVO in Schleswig-Holstein nicht mehr nach einem baurechtlichen Verfahren sondern per Ordnungsverfügung vom Ordnungsamt genehmigt. Man hat sich aber mit der Behörde darauf geeinigt, die MVStättVO weiterhin als Erkenntnisquelle heran zu ziehen, wo immer das sinnvoll und möglich ist.
Sebastian Daume ist einer der Bühnenmeister des Wacken Open Air. Er arbeitete gemeinsam mit dem Bühnenmeister Merten Wagnitz im 2-Schichtbetrieb. Sebastian beschrieb den Arbeitsablauf der Bühnenmeister auf dem Festival. Grundlegend werde nach Versammlungsstättenverordnung und der DGUV V17 gehandelt. Als Hilfe dienen Checklisten und Protokolle. Bei Abnahmen sicherheitsrelevanter technischer Einrichtungen gelte immer das 6-Augen-Prinzip. Gemeinsam mit dem Gewerkeverantwortlichen und einem weiteren Meister wird kontrolliert und protokolliert. Bei kleinen Bands, die eventuell das erste Mal ein solch großes Festival spielen, muss mit demselben Augenmerk wie bei großen Bands vorgegangen und Prüfzertifikate eingeholt werden. Nicht immer sind Vorschriften und Gesetze ausreichend bekannt.
Merten Wagnitz lenkte in seinem Vortrag den Fokus auf das Sicherheitskonzept für die Bühnen während des Spielbetriebes. Hierbei wurde nochmals deutlich, wieviel das Wacken Open Air in eine funktionierende Infrastruktur investiert. Neben Feststromleitungen, Drainagen und sogar einer unterirdischen Bierleitung wurde in den letzten Jahren eben auch ein Glasfasernetz verlegt, welches das gesamte Festivalgelände abdeckt und mit der Sicherheitszentrale verbindet. So können LED-Wände und Beschallungsanlagen angesteuert, FOH und Monitor alarmiert und Sicherheitshinweise an das Publikum weiter gegen werden. Die Sicherheitszentrale kann dabei einzelne Bereiche oder auch alle Bühnen ansprechen. Für die schnellstmögliche Reaktion in einem Ernstfall steht den Mitarbeitern ein gut ausgebautes internes Alarmierungssystem zur Verfügung.
Seit 2015 hat das Wacken Open Air eine feste Stelle für die Fliegenden Bauten. Björn Papendick, Ingenieur bei mb-media, entlastet damit die zuständige Bauaufsichtsbehörde und seine Kollegen vor Ort, die bis dahin die Aufgaben mit übernommen haben. Maßgeblich für seine Arbeit sind die Musterbauordnung (§ 76 – Genehmigung Fliegender Bauten), die Muster-Richtlinie zum Bau und Betrieb Fliegender Bauten (MFlBauR) und die transparente Zusammenarbeit mit den Behörden. Björn ist Ansprechpartner und Berater in der Entwicklungsphase. Er bereitet die Abnahmen und Kontrollen der Bauten gemeinsam mit der Gastronomie, Sponsoren und Ausstellern vor und klärt diese über statische Besonderheiten auf. Die Abnahme basiert auf einem 3-Säulen-Modell. Der Veranstalter koordiniert die Bauabnahme, der TÜV übernimmt die (Groß-)Bühnen und Gerüstbauten und das Bauamt die Zelte und Sonderbauten. Mit der festen Stelle für die Fliegenden Bauten kommt das Festival einer Überlastung der Behörden und des örtlichen Personal entgegen. Die Abnahmen sind durch einen Fachmann vorbereitet und können auf einige Tage eingegrenzt werden. Das spart Kosten und Nerven und verhilft dem Festival zu mehr Sicherheit und einem guten Ruf.
Als Fachkraft für Arbeitssicherheit (FASi) und Sicherheits- und Gesundheitskoordinator (SiGeKo) ist Falco Zanini seit vier Jahren für das WOA tätig. Seine Handlungshilfen sind das Arbeitsschutzgesetz, die Betriebssicherheitsverordnung, die DGUV V1 und die DGUV Informationen I 211-006 und I 215-830. Mit der Sicherheitskoordination müsse, so Falco, so zeitig wir möglich begonnen werden. Das Wacken-Team gibt zur Vereinheitlichung und besseren Kontrolle Vorlagen für Gefährdungsbeurteilung und Unterweisungen an die verschiedenen Gewerke, Firmen und Mitarbeiter heraus, die diese aufbereiteten müssen. Kontrollen, Fach- und Aufklärungsgespräche vor Ort sollen Fehlverhalten stoppen, denn Reden schafft Bewusstsein. Die Statistik zeigt, dass es funktioniert. Den Verantwortlichen des Festivals sind keine nennenswerten Personen oder Materialschäden in den letzten Jahren bekannt. Nichtsdestotrotz müssen ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess erhalten bleiben und wenn nötig, etablierte Strukturen aufgebrochen werden.

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Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden durch die Fragen der Teilnehmer einige Themen nochmals vertieft. Holger Hübner schilderte die Vorteile, die durch die gute Zusammenarbeit mit Behörden entstehen und machte deutlich, dass das Aufbrechen von alten Strukturen und das Schaffen von neuen Stellen zu mehr Struktur und Sicherheit führen kann.
Weitere Fragen gab es zu Schutzräumen bei Unwettern, wobei dem WOA hier die Nähe zwischen Festival- und Camping-/Parkgelände zugute kommt, zu Arbeitszeiten: Schichtsystem und elektronisches Ein- und Auschecken regeln diese, zu Lautstärke und dem Umgang mit Anwohner- und Besucherschutz, zu Verkehrssicherungspflicht und Arbeitsschutz. Wichtig waren immer wieder die Hinweise auf gültige Gesetze und Verordnungen und deren Wissen darum. Halbwissen schützt im Zweifelsfall nicht. Erst eine ausreichende Information, die Auseinandersetzung mit Vorschriften und eine ausführliche Dokumentation schaffen Sicherheit und gleichzeitig auch Spielräume.

Ein herzlicher Dank geht an unsere Referenten und die Teilnehmer für ihre Beiträge.

4. Mitgliederversammlung und Wiederwahl des Vorstandes

ISDV wählt Vorstand in der 4. Mitgliederversammlung

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(v.l.n.r.: Jörg Schiefke, Basty Duellmann, Jenny Pohl, Marcus Pohl, Susanne Fritzsch, Merten Wagnitz)

Am 23.1.2017 fand in Frankfurt a.M. die erste Wiederwahl des ISDV-Vorstandes statt. Der Vorstand wurde durch die 4. Mitgliederversammlung einstimmig gewählt und mit Jenny Pohl auf sechs Personen erweitert. Jenny Pohl wird die Aufgaben der Geschäftsstellenleitung und Mitglieder-Administration übernehmen.
Wir gratulieren ihr zur Wahl und freuen uns auf eine ereignisreiche und produktive Amtszeit.

Die Vorstandsmitglieder:
Marcus Pohl – 1. Vorsitzender und GF
Basty Duellmann – 2. Vorsitzender und GF
Susanne Fritzsch – Pressereferentin
Jenny Pohl – Geschäftsstellenleitung und Mitglieder-Admin.
Merten Wagnitz – Vorstandsmitglied
Jörg Schiefke – Vorstandsmitglied

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(4.Mitgliederversammlung)

„Best Practice and Knowledge Exchange – Gesetz- und Verordnungskonforme Umsetzung einer Veranstaltung“

Mit diesem Thema wollen wir Euch eine Plattform für Infos und zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch bieten.
Am Beispiel einer Großveranstaltung zeigen wir Anhand von Darstellungen des Promoters, Produktionsleiters, Meisters und SiGeKo´s, wie man mit den Vorgaben der VVO, ArbStättV, ArbZG, UVV und Weiterem maßvoll und sinnvoll umgehen kann, warum man dafür Geld ausgeben muss und warum diese Dinge wichtig sind.

Zielgruppe:
Meister, Eventmanager, Produktionsleiter, Promoter, FASi, technische Leiter, Tourmanager, Eventagenturen, Techniker und alle Interessierte.

Als Fachleute, die Euch Rede und Antwort stehen, haben wir Profis aus den oben genannten Bereichen gewinnen können.

Holger Hübner – Festival Promoter WOA (ICS)
Andy Barth – technische Leitung
Merten Wagnitz . Bühnenmeister
Falco Zanini – SiGeKo und FASi
Björn Papendick – Fliegende Bauten

Veranstalter: ISDV e.V.
Datum: 30.01.2017
Zeit: 13:00 h bis 18:00 h
Ort: IHK-Offenbach, Grosser Saal, Frankfurter Str. 90

Snacks und Getränke sind inklusive.
Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein Netzwerk-Abend im nahegelegenen Restaurant statt.

Tickets können ab sofort unter htttp://isdv.net/anmeldung_event.html

oder per email an events@isdv.net bestellt werden.
Tagungsticket:
für ISDV-Mitglieder: 50,00 EUR (Vorverkauf), 75,00 EUR (bar vor Ort)
für Nicht-ISDV-Mitglieder: 110,00 EUR (Vorverkauf), 135,00 EUR (bar vor Ort)

Zahlungsweise:
Überweisung nach Rechnungsstellung.
Die Tickets sind gem §4 USTG steuerfrei.

Ergebnis des Gesprächs mit Peter Weiß, CDU, MdB, Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales

Das vorherrschende Thema in dem Gespräch mit Herrn Peter Weiß, MdB, war Scheinselbständigkeit. Wie wir es schon bei Frau Nahles erfahren hatten, war auch bei ihm das Thema ad acta gelegt worden.
Hier bestätigte sich auch die Aussage von Herrn Kai Whittaker, MdB, CDU aus der Podiumsdiskussion im März in Stuttgart. Er sagte bereits, dass die Parteien nicht wissen, wie das Problem zu lösen ist und lassen es deshalb ruhen.
Herr Weiß gab uns die Möglichkeit den Verband vorzustellen und die Funktionsweise unserer Branche zu verdeutlichen.
Er hatte, wie zu erwarten war, davon noch nie etwas gehört und nahm die Informationen mit Interesse auf.
Ein für ihn wichtiger Punkt war, das wir ein Verband von Selbständigen sind, der eine Versicherungspflicht zur sozialen Absicherung befürwortet.
Die Probleme, die der Kriterienkatalog der DRV für unsere Branche bedeutet waren ihm schnell klar und einleuchtend. Ob eine Branchenlösung machbar sein könnten, kann Herr Weiß natürlich nur mutmaßen. Er sieht zu starken Gegendruck der juristischen Seite. Die könnte eine Ungleichbehandlung bedeuten. Aber er sah auch eine Möglichkeit darin.
Die Union sieht in der Frage der Renten-/Sozialversicherungspflicht, ähnlich wie die SPD auch, große Vorteile für die Selbständigen. Zu den Ideen, wie die Belastung der Selbständigen nicht in die Höhe getrieben werden, stehen Vorschläge wie z.B. Steuerfreibeträge im Raum. Diese dienen dann der Kompensation der zusätzlichen Pflichtaufwendungen. Ebenso hat man Mindestbeiträge für eine Grundsicherung im Kopf. Alternativen zur gesetzlichen Rentenversicherung müssen aber nach Peter Weiß auch geschaffen werden. Riester- und Rürup-Versicherungen sind dazu natürlich prädestiniert von ihrer Anlage her, aber auch umstritten im Bezug auf ihrer Effizienz.
Ein weiteres Thema war die Künstlersozialkasse. Ein Konstrukt, das im Grunde das berufsständische Versorgungswerk der Branche sein könnte, allerdings sind die meisten aus der Branche dort nicht zugelassen. Die Überlegung das zu ändern und die KSK zum Sozialversicherer der Branche zu machen, könnte eine Win-Win-Situation für beide Seiten werden, wenn noch weitere Kriterien mit berücksichtigt werden. Herr Weiß ist hierzu bereit den Kontakt zur KSK herzustellen. Das haben wir dankend angenommen.

Wir kamen im Gespräch immer wieder auf die Scheinselbständigkeit zurück. Herr Weiß sagte, dass es sehr viele Strömungen gibt zu der Frage. Zum einen sind Angestellte vom Staat besser zu steuern. Würden alle Menschen selbständig arbeiten, würden sich die bisherigen Arbeitsstrukturen auflösen. Er sieht aber auch, das die Arbeit der Zukunft immer unabhängiger wird. Zumindest in einigen Branchen.
Arbeiten alle Menschen selbständig in allen Berufen, würden sich Arbeitsschutzsysteme und -gesetze selber ad absurdum führen. Zum Beispiel Betriebsräte sind dann nicht mehr möglich. Dagegen werden sich Gewerkschaften und SPD und weiter links stark wehren. Das würde in diesem Land nicht gehen. So sei die Arbeitsstruktur nicht angelegt.
Herr Weiß sieht aber auch, dass die Regelung, wie sie momentan ist, zumindest in unserer Branche mehr Schaden anrichtet, als das ursächliche Problem zu lösen. Schon anhand der von uns angeführten Punkte Ort, Zeit, Teamarbeit – die als KO-Kriterien ausreichend sind für ein DRV Entscheidung für Scheinselbständigkeit – führten ihm die Problematik deutlich vor Augen.

Resultat:
Herr Weiß will uns Gesprächspartner auf dem Zettel behalten. Außerdem wird er für uns den Kontakt zur KSK herstellen, um dort mit den Entscheidern über die Themen soziale Absicherung und Scheinselbständigkeit ins Gespräch zu kommen. Zudem erkundigt sich Herr Weiß über die Reaktivierung der Debatte um die Scheinselbständigkeit im Ausschuss und wird uns mit Informationen über Ideen und Programme in diesem Bezug versorgen. So z.B: die ausgearbeitete Version dessen, was wir im Zeitungsartikel der FAZ gefunden hatten, was der Anlass für diesen Gesprächstermin war.
Viele Dank Herr Weiß. (Bericht von Marcus Pohl, Bild: Büro Peter Weiß)

Treffen mit Peter Weiss, CDU

Am Donnerstag, 29.09.16, findet ein Treffen mit Herrn Peter Weiß, CDU, Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales, statt.
Thema wird, wie schon im Juli 2016 von uns gemeldet, die soziale Absicherung von Selbständigen sein und der Vorschlag der CDU dazu.
Wir sind gespannt und freuen uns auf ein konstruktives Treffen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/was-wird-aus-der-rente/altersvorsorge-pflicht-fuer-selbstaendige-von-union-geplant-14336450.html

Foto: © Peter Weiß/Claudia Thoma

ISDV vor Ort. Morgen, 23.09.16 in Hamburg zur LiveMusikKommission (LiveKomm)/Reeperbahnfestival

ISDV vor Ort.
Morgen, 23.09.16 in Hamburg zur LiveMusikKommission (LiveKomm)/Reeperbahnfestival.

Workshops zum Thema
„Vorsicht Scheinselbstständigkeit – Umgang mit Freien Mitarbeitern“.

Es diskutieren:
Stephan Benn (Justiziar KLUBKOMM)
Annette Nießer (Concertbuero Franken, Hirsch, Nürnberg)
Sebastian Duellmann (2. Vorsitzender, ISDV)

WANN:
23.09.16, 15:45 – 16:45 Uhr
WO:
La Yumba, Kastanienallee 9, 20359 Hamburg

Offen für Jedermann. Kommt vorbei und redet mit.

Bericht vom Kamingespräch mit Bundesministerin Frau Andrea Nahles

Gestern fand das Kamingespräch mit Bundesministerin Frau Andrea Nahles statt.
In einer 23-köpfigen Runde (13 Vertreter von Verbänden und Organisationen plus 10 Mitarbeiter aus dem BMAS und der DRV) hatten wir eine gute Gelegenheit unsere Punkte vorzubringen. Frau Nahles ist – entgegen meines bisherigen Eindrucks – sehr interessiert an Lösungen und auch offen für allerlei Vorschläge. Ihr Blickwinkel ist natürlich aus Sicht der Staatssysteme und so muss sie sehr weiträumig Themen und Konstellationen mit in Ihre Entscheidungsfindung einbeziehen.
Selbständigkeit und darin im speziellen die Solo-Selbständigkeit sind für Frau Nahles als Prioritätsthema indiziert. Hier will sie Verbesserungen der sozialen Absicherung und des Status erreichen. Frau Nahles hat in ihrer Einführungsansprache klar dargestellt, dass eine Versicherungspflicht für Selbständige kommen wird. Ihre Triebfeder dabei ist das präventive Vorgehen gegen Altersarmut, die in Selbständigenkreisen sehr verbreitet ist.
Es ist noch nicht entschieden, wie diese aussehen soll – deshalb ja auch dieses Kamingespräch -, aber alle Vorschläge konkurrieren mit einem System, das bereits zwei Weltkriege und verschiedene Wirtschaftskrisen überlebt hat. Von daher ist die Hürde für einen System-Reset oder eine Systemneugestaltung sehr hoch. Ein Vorschlag der bei ihr anscheinend ankam, war die Etablierung eines Renten-Punktesystems. Es gäbe einen Mindestbeitrag zur gesetzlichen RV, der entsprechend niedrig ist und Selbständige könnten dann nach freier Entscheidung in guten Jahren freiwillig mehr einzahlen und in schlechten Jahren nur das Minimum. So könnte jeder selbst steuern wie er mit seiner Altersvorsorge umgeht, aber es wäre immer eine Mindestsicherung vorhanden. Einem bedingungslosen Grundeinkommen gab sie eine klare Absage. „Das wird es mit mir nicht geben“.

Die eingehenden Fragestellungen an die Teilnehmerrunde lauteten:

1. Wie stellt man eine Entlohnung sicher und macht ein Mindeststundensatz Sinn?
2. Wie bekommt man bessere Selbständige, die kaufmännisches Wissen besitzen und so besser unternehmerisch agieren können?

Ich habe in meinem Statement die Situation und Struktur der Veranstaltungsbranche darstellen können. Auch hier machte ich wieder die Erfahrung, dass wirklich keiner außerhalb unserer Branche etwas über unsere Branche weiß. Ich konnte darstellen, das wir mit genau diesen Fragestellungen beschäftigt sind und bevor wir die Politik anrufen, um uns Lösungen vorzugeben, wir auf eine Selbsthilfe aus unserem System setzen und daran bereits arbeiten und Hilfestellungen für die Selbständigen anbieten.
Als Verbandsvertreter konnte ich auch die Brisanz der Scheinselbständigkeit für unsere Branche verdeutlichen. Hier haben auch Vertreter von IT-Verbänden und Pflegepersonal ihr Problem deutlich dargestellt.
Resultat des Gespräches war, dass das Thema soziale Absicherung kontrovers und mit sehr unterschiedlichen Ansichten diskutiert wurde. Am 18. Oktober wird hierzu weiter gesprochen werden. Es fehlt noch an der zündenden Idee, die übergreifend Menschen der unterschiedlichen Branchen zufrieden stellt.
Großer Erfolg des Kamingespräches ist, dass wir Verbände es geschafft haben, dass das Thema Scheinselbständigkeit, was eigentlich nicht Thema dieses Gespräches sein sollte und anscheinend bei Frau Nahles als „erledigt“ abgelegt war, von Frau Nahles wieder auf die Arbeitsliste von BMAS und DRV gesetzt wurde. Das ist ein wichtiger Erfolg. Dadurch ist der politische Stillstand in diesem Bezug gebrochen und wir können aktiv zuarbeiten, um eine Lösung zu entwickeln und Rechtssicherheit zu schaffen.
Die ISDV ist dabei, wir werden uns weiter beteiligen und einsetzen.

Wir. Gemeinsam. Jetzt.

Marcus stand dem Eventelevator Rede und Antwort

Marcus stand dem Eventelevator Rede und Antwort auf deren Fragen zur ISDV, Politik und der Branche:

  •  Welche Ziele verfolgt die ISDV?
  •  Welche Rolle spielen die Selbständigen in der Veranstaltungswirtschaft?
  •  Klappt der Versuch, sich als Produktionsleiter an Recht und Gesetz zu halten?
  •  Wie reagieren die Auftraggeber auf die ISDV?
  •  Die Probleme beginnen spätestens im Rentenalter
  •  Wie schätzt Marcus die Pläne von Andrea Nahles ein?
  •  Wie lauten die nächsten Ziele der ISDV?
  •  Was rät die ISDV im Umgang mit Behörden?