Ergebnisse aus drei Treffen zwischen der ISDV und Bündnis90/Die Grünen

Die ISDV traf sich in Berlin mit Katrin Göhring-Eckardt und Prof. Dr. Armin Nassehi.

Offenbach, 23.03.2017: Basty Duellmann, zweiter Vorsitzender der ISDV, hatte am 22.03.2017 Gelegenheit, mit der Fraktionsvorsitzenden der Bündnis 90 / Die GRÜNEN, Katrin Göring-Eckardt MdB, der Sprecherin für Kulturpolitik Ulle Schauws MdB, Tabea Rößner MdB als Sprecherin der Kreativwirtschaft (beide ebenfalls Bündnis 90 / Die GRÜNEN) sowie Prof. Dr. Armin Nassehi von der Ludwig-Maximilians-Universität München zu sprechen. Anlass war ein parlamentarischer Abend des Arbeitskreises 5 der GRÜNEN Bundestagsfraktion in der Lobby des Bundestages. Thema des Abends war der Kampf für Kultur und die Frage, welche Freiheiten die Kreativität in der heutigen Welt braucht.

Im Lauf der spannenden Diskussion hatte Basty Duellmann Gelegenheit, insbesondere auf zwei brennende Probleme der Selbstständigen einzugehen – nämlich die noch immer fehlende Rechtssicherheit im Bezug auf den Status ihrer Selbstständigen in Deutschland und die weiterhin immer dringlicher werdende Frage nach einer Rentenabsicherung oder Altersvorsorge für die Selbstständigen. Im Verlauf der Gespräche wurde an dem Abend sehr schnell klar, dass sich solch komplexe Themen nicht an einem Abend klären lassen – entsprechend wurde für den kommenden April bereits ein weiteres Gespräch anberaumt, zu dem Tabea Rößner MdB einladen wird.

Parlamentarischer Abend der Grünen in Berlin: Prof. Dr. Armin Nassehi von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Katrin Göring-Eckardt, MdB und Fraktionsvorsitzende Bündnis 90 / Die GRÜNEN in der Bundestagsfraktion


Viel Konsens, aber auch gegensätzliche Positionen beim Fachgespräch über das Thema Selbstständigkeit und soziale Absicherung 

Offenbach, 10.04. 2017: Zu einem Fachgespräch traf man sich in der vergangenen Woche im Jakob-Kaiser Haus des Deutschen Bundestages in Berlin, um über Themen wie soziale Absicherung, Rente und Scheinselbstständigkeit zu sprechen. Für die isdv war Marcus Pohl anwesend, vom Bund der Selbstständigen BDS Deutschland waren die Präsidentin Frau Liliane Gatterer, der Referent für Politik und Kommunikation Tim Wiedemann sowie Frank Bösemüller vom Landesverband Sachsen anwesend, dazu Kerstin Tammling vom Deutschen Bundesverband Informationstechnologie für Selbstständige e.V. und Christoph Bäumer von der MIB Mittelstands- und Industrieberatung GmbH. Von Seiten der GRÜNEN nahmen deren rentenpolitischer Sprecher Markus Kurth MdB und Dr. Thomas Gambke MdB, ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie und im Finanzausschuss, teil.

Thema der Runde war ein gemeinsames Positionspapier der ISDV in Zusammenarbeit mit BDS Deutschland, VGSD, AGD, BDÜ, BvS, ASR, ADESW, ATICOM, BDE und dem Taijiquan Qigong Netzwerk Deutschland

In weiten Teilen herrschte Konsens bei den Themen der sozialen Absicherung für Selbstständige. Dennoch stellten sich im Lauf des Gesprächs auch unterschiedliche Positionen heraus – insbesondere bei den Fragen der Umsetzung. Währende die Vertreter der Selbstständigen weitestgehend Autonomie für ihre Mitglieder wünschen, präferierten die Vertreter der GRÜNEN eine Absicherung nach dem Vorbild der DRV. Langfristig könne so ein Modell auch auf zwei Säulen aufgeteilt werden, in Form einer Basisabsicherung durch die DRV und eine Zusatzabsicherung durch eine private Vorsorge der Selbstständigen. Auch über die Option eines berufsständischen Versorgungswerkes wurde beraten.

Kontrovers diskutiert wurde grundsätzlich das Thema der Scheinselbstständigkeit – insbesondere Markus Kurth und Dr. Gambke äußerten sich hier kritisch hinsichtlich der Finanzierbarkeit einer Absicherung für Selbstständige. Auf die Frage nach der Fälligkeit des Arbeitgeberanteils entwickelte Marcus Pohl ein Modell mit einem reduzierten Anteil von etwa 25 Prozent des Einkommens und einem Verzicht des Arbeitgeberanteils für alle Selbstständigen. „Damit wären alle Selbstständigen von Anfang an versichert und mit einer kalkulierbaren und verträglichen, finanziellen Belastung konfrontiert. Die Höhe der Beiträge wäre zudem den realen Einkommensschwankungen angepasst und somit stemmbar – ganz anders als die sonst rund 40%, die sich beim herkömmlichen Rentenmodell Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen, von Selbstständigen aber alleine aufgebracht werden müssten.“ Dieser Vorschlag sorgte insbesondere bei Dr. Gambke von den GRÜNEN für großes Interesse. „Ein interessanter und zu überdenkender Punkt“, über den bislang noch nicht nachgedacht wurde.

Erwartungsgemäß konnte natürlich das Thema der Alternativen zur DRV nicht abschließend geklärt werden, dazu ist die Thematik zu umfassend und Komplex. Es konnte jedoch Verständnis für die unterschiedlichen Wünsche und Anforderungen geschaffen werden. Insbesondere eine Prüfung und Verbindlichkeit stellt die Vertreter der GRÜNEN noch vor Probleme. Markus Kurth meint:

„Um zu überprüfen, ob sich Selbstständige ausreichend Absichern, sei es durch private Versicherungen Immobilien oder andere Modelle, bedürfte es eines absurd hohen Aufwandes, man müsste womöglich eine eigene Behörde dafür schaffen, was wiederum mit hohen Kosten verbunden wäre. Demgegenüber hat sich das bestehende System trotz aller Finanzkrisen bisher bewährt“,

Ausdrücklich gelobt wurde abschließend das Engagement der Verbände und das gemeinsame Positionspapier – auch wenn man hier nicht in allen Belangen Übereinstimme. „Es gibt viele Details, die wir uns nun zusammen genauer ansehen werden“ versprachen Markus Kurth und Dr. Gambke.

Für Marcus Pohl von der ISDV zeigte sich insbesondere, dass die BAGSV, die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände, ein wichtiger und guter Schritt in die Richtige Richtung ist. „Fast alle Verbände, die an dem Positionspapier mitgewirkt haben, waren auch an der Gründung der BAGSV beteiligt.“


Selbstständig sein ist mehr als nur ein Jobmodel – sondern auch ein Stück Lebensphilosophie

Offenbach, 26.04.2017: Ende Mai 2017 trafen sich zum wiederholten Male Vertreter von Bündnis90 / Die Grünen, die ISDV sowie rund 20 weitere Teilnehmer aus den Sparten Film, TV, Musik, von der Gewerkschaft verdi und weitere Vertreter von Verbänden im Berliner Bundestag. Die ISDV wurde dabei durch Marcus Pohl und Basty Duellmann vertreten, von Seiten des Bündnis90 / Die Grünen waren Dr. Anton Hofreiter (MdB und Vorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen), Ulle Schauws (MdB), Tabea Rößner (MdB und Sprecherin für Medienpolitik, Kreativwirtschaft und digitale Infrastruktur der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen) anwesend. Ebenfalls dabei war die Soziologin und Arbeitsexpertin Lisa Maria Basten.

Dreh- und Angelpunkt der konstruktiven Runde war das Positionspapier des Bündnis 90 / Die Grünen, in dem laut einhelliger Meinung der Anwesenden viele, gute Ansatzpunkte zu finden sind. Allerdings darf es dabei nicht darum gehen, aus den Selbstständigen in der Branche einen „freien Angestellten“ zu machen – vielmehr muss der Status der Selbstständigen auch als ein Stück Lebensphilosophie gesehen und akzeptiert werden.

Die Absicht des Bündnis 90 / Die Grünen, die Verbände und ihre Arbeit durch staatliche Mittel zu stärken, wurde verständlicherweise von den Vertretern der Kreativwirtschaft einhellig begrüßt. Im Gegenzug dazu verpflichten sich die Verbände zur Kooperation, Vernetzung und bieten ihren Mitgliedern Schulungen und Unterstützung im Rahmen ihrer Selbstständigkeit.

Da noch nicht allen Teilnehmern des Treffens die BAGSV (Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände) bekannt war, nutzten Marcus Pohl und Basty Duellmann erneut die Gelegenheit, auf diese Initiative aufmerksam zu machen.

Die ISDV zieht abschließend ein größtenteils positives Feedback, weist aber dennoch auch auf weitere, noch offene Baustellen hin. „Drohende Scheinselbstständigkeit stellt immer noch ein riesen Problem für die Selbstständigen dar. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“ stellt Marcus Pohl fest. Eine klare Absage erteilt Pohl zudem der Diskussion um Mindestlöhne für die Veranstaltungswirtschaft. „Sowas mag einem freien Künstler helfen, unter Allen anderen der Branche würde so ein Modell jedoch nur dazu führen, dass bald eben nur noch der Mindestlohn bezahlt wird“ resümiert Pohl.

„Es bleibt dabei – es besteht noch an vielen Stellen Handlungsbedarf, auch wenn bereits viele, gute Ansätze sichtbar sind. Wir hoffen, dass Frau Ministerin Rößner nun unsere Anregungen mitnimmt.“

Am Rand der Veranstaltung wurde zudem vereinbart, dass die ISDV und die Arbeits- und Sozialexpertin Frau Basten in Zukunft eng zusammenarbeiten wollen.

Andrea Nahles plädiert für Rentenreform

Die Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles plant umfassende Reformen für die Renten- und Krankenversicherung. Diese sollen in das Wahlprogramm der SPD für die kommende Bundestagswahl einfließen, welches im Juni erscheint.

Konkret spricht sich Nahles für eine Stabilisierung des Rentenniveaus aus. Dafür will sie durchsetzen, dass alle Selbstständigen zukünftig in die Rentenkasse einzahlen müssen. Sie begründet dies wie folgt:

„Ich will verhindern, dass die knapp drei Millionen Selbstständigen, die nicht in einem Versorgungswerk abgesichert sind, in Altersarmut landen.“ (Rheinische Post)

Weitere Informationen zu Nahles Reformvorhaben findet Ihr hier: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/interview-mit-andrea-nahles-wir-brauchen-die-solidarrente-aid-1.6795345

 

Podiumsdiskussion „Unternehmerrisiko Scheinselbständigkeit“, Offenbach am Main, 28.02.17

Die ISDV und der Wirtschaftsrat Deutschland haben gemeinsam zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Scheinselbständigkeit geladen.Sektionsvorsitzender Alexander Wilhelm eröffnete die Runde.

Im Anschluss stimmte Marcus Pohl, 1. Vorsitzender der ISDV e.V., die Besucher der Veranstaltung auf das Thema ein. Er stellte die Veranstaltungsbranche und deren gewachsene Strukturen vor, und machte deutlich, wo die Probleme der Branche bezüglich des Themas Scheinselbständigkeit liegen.

Marcus prangerte die Vorgehensweise der DRV an, aber auch die aktuell in Aktion tretende Gesetzgebung:

„Die Erneuerung des § 611a hilft nur ein wenig. Er manifestiert zum Beispiel, dass Sachzwänge kein Kriterium für eine Scheinselbständigkeit sind. Doch das hält die DRV nicht davon ab, weitere Argumente zu erfinden. Die Liste der fünf Kriterien ist nicht endlich, sie wird im tatsächlichen Verfahren beliebig lang, um beliebige Kriterien erweitert.“ sagte er.

Im folgenden Vortrag von Christa Weidner, IT-Expertin aus München, wurde den Teilnehmern drastisch klar, wie das „System Scheinselbständigkeit“ arbeitet. Christa hat 5 Verfahren durchlaufen. Es hat sie Ihre Existenz gekostet und kaum war sie wieder aufgestanden, stand auch die DRV wieder auf dem Plan.

„Die Politik und die deutsche Rentenversicherung müssen eine eindeutige Rechtsgrundlage schaffen und so den Unternehmen und Selbstständigen Rechtssicherheit geben.“ sagte Christa.

Die anschließende Podiumsdiskussion wurde von Moderatorin Katrin Seyfarth geführt. Mit ihr auf dem Podium waren neben Christa Weidner und Marcus Pohl, Frau Ulrike Grams, Fachanwältin für Arbeitsrecht, Herr Marco Libudda, Director People & Organisation, PricewaterhouseCoopers AG, Herr Jörg Blau, 2. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft in Hessen tätiger Notärzte (AGHN) e.V. und als Politikvertreter Herr Prof. Dr. Matthias Zimmer,CDU, MdB, stellv. Vorsitzender des Bundesausschusses für Arbeit und Soziales.

Es wurde kontrovers und gleichzeitig sehr zielgerichtet diskutiert.

Die Notärzte befinden sich durch eine Neuerung in der Gesetzgebung, die gerade 10 Tage alt war, in einer „möglicherweise sicheren Position“. Es gibt einen Befreiungstatbestand für Scheinselbständigkeit von Notärzten. „Jedoch sind grundlegende Fragen noch lange nicht geklärt und der Befreiungstatbestand kratzt nur an der Oberfläche“, kritisierte Blau. Er sieht noch nicht, dass das Problem damit gelöst sei.

Herr Libudda von PWC erklärte: „Die Kriterien der deutschen Rentenversicherung müssen messbar und greifbar sein, um Unsicherheiten abzuschaffen.“

Professor Dr Zimmer, CDU, sah sich bisweilen unter Feuer, da die DRV ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt hatte. Er konnte natürlich nicht für die DRV sprechen. Die Grundproblematik stelle sich für ihn klar dar und das sei aber auch das schwerste Stück der Debatte: „Einerseits wird Rechtssicherheit verlangt, was nur durch klare Kriterien zu erreichen ist, gleichzeitig wird jedoch verlangt den Selbstständigen in seiner Gesamtheit zu sehen, was wiederum zu Graubereichen führt.“

Frau Grams hatte die Graubereiche mehrfach beschrieben. Diese sind der Bereich, der sowohl von den beauftragenden Unternehmen, als auch von der DRV nicht gefasst werden kann. „Es muss schnell eine Zwischenlösung für alle Branchen gefunden werden, die vor allem Entkriminalisierend wirkt.“ sagte Grams. „Die Unternehmer können aufgrund der Gesetzeslage ins Gefängnis kommen und das nicht erst als letztes Mittel.“

Professor Dr Zimmer fasste für sich die Diskussionsrunde mit dem Ergebnis zusammen, dass er fünf Punkte mitnehmen wird:

  1. „Ich wurde freundlicher behandelt als bei einer ähnlichen Veranstaltung bei der IG Metall.“
  2. „Es ist gut, dass zumindest in Teilen Lösungen für die Notärzte und auch die Syndikus-Anwälte gefunden worden sind.“
  3. „Den Gedanken der Entkriminalisierung finde ich spannend.“
  4. „Wir werden mit der DRV sprechen, ob es nicht interne Kriterien geben kann, damit die DRV zumindest flächendeckend gleich entscheidet.“
  5. „Ich nehme das Angebot von Herrn Pohl gerne an und bemühe mich zur nächsten Sitzung mit der DRV auch Sie einladen zu können.“

Es ist natürlich nur ein erster Schritt, aber viele Schritte führen schlussendlich zum Ziel. Wir nehmen Herrn Prof. Dr. Zimmer beim Wort und bleiben dran.

Im Publikum fanden sich Vertreter der Deutsche Bank, VGSD, einige Rechtsanwälte, Consultants und Steuerberater und viele Mittelständische Unternehmer. Wir haben uns sehr gefreut, dass unter den fast 100 Interessierten auch über 20 Firmen und Selbständige aus unserer Branche mit dabei waren.

Wir. Gemeinsam. Jetzt.

Head of Events der ISDV

Roman Shuf übernimmt das Amt des Head of Events bei der ISDV. Fortan wird Roman sich um die Umsetzung der Events und Messeauftritte der ISDV kümmern und den Vorstand an dieser Stelle entlasten.
Vielen Dank für Deine Bereitschaft mit anzupacken Roman! Willkommen im Team.

Wir gemeinsam. Jetzt.

Wer ebenfalls Lust darauf hat, sich einzubringen, kann dies herzlich gerne tun. Wir benötigen noch Unterstützung in folgenden Bereichen:

– Pressearbeit
– Berichterstattung
– Soziale Netzwerke
– Offene Foren
– Webinarprogramm

ISDV beteiligt sich an der Gründung der „Bundesarbeitsgemeinschaft Selbständigenverbände“ (BAGSV)

Bereits Mitte Februar trafen sich gut 20 Vertreter von Selbständigenverbänden der unterschiedlichsten Brachen in Berlin. Die dem Treffen zugrunde liegende Idee war, die Kräfte zu bündeln und eine Basis für eine enge Zusammenarbeit zu legen.

Die „Bundesarbeitsgemeinschaft Selbständigenverbände“ (BAGSV) hat zum Ziel, als Ansprechpartner für Politik, Presse und Öffentlichkeit zu fungieren. Damit soll die Position der Selbständigen in der Politik etabliert werden.
Es sprechen zukünftig nicht mehr Arbeitnehmerverbände/Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände mit den Parteien über die Themen der Selbständigen, sondern die Selbständigen sprechen für sich. Der Zusammenschluss vertritt insgesamt über 100.000 Selbständige in einem breiten Portfolio an Branchen.
Koordinatoren der BAGSV sind Victoria Ringleb (AGD) und Dr Andreas Lutz (VGSD). In enger Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Verbänden werden arbeitsrechtliche und sozialpolitische Themen, wie zum Beispiel Scheinselbständigkeit, soziale Absicherung von Selbständigen, zu hohe Krankenkassenmindestbeiträge, Rechtssicherheit für Selbständige u.v.m. bearbeitet.

Zu den Gründungsinitiatoren zählen unter anderem:
– der Verband der Gründer und Selbstständigen e.V. – VGSD
– die Allianz deutscher Designer – ADG
– die Interessensgemeinschaft der selbstständigen DienstleisterInnen in der Veranstaltungswirtschaft e.V. – ISDV
– die Dachgesellschaft Deutsches Interimsmanagement e.V. – DDIM
– die IT-Projektgenossenschaft eG
– der Bundesverband für Honorarärzte e.V. – BV-H
– der Deutsche Bundesverband Informationstechnologie für Selbstständige e.V. – DBITS
– der Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker e.V. – BUH
– die Bauhandwerkerinnen
– der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. – BDÜ

Am 02.Mai findet die nächste Zusammenkunft der BAGSV in Berlin statt. Mittels Positionspapieren und Veranstaltungen und durch bundesweite Aktionen und Beteiligung an Gesprächen soll auch in den beginnenden Wahlkampf eingegriffen werden.

Die Selbständigen erheben sich aus der Subkultur in das Licht der Öffentlichkeit. Die ISDV ist aktiv mit dabei.

Wir. Gemeinsam. Jetzt.

„Unternehmerrisiko Scheinselbständigkeit“

die Sektion Offenbach/Dieburg und die Landesfachkommission Familienunternehmen & Mittelstand des Wirtschaftsrates Deutschland in Kooperation mit der ISDV e.V. laden Sie herzlich ein zu einer Podiumsveranstaltung zum Thema:

„Unternehmerrisiko Scheinselbständigkeit“

Selbständige Tätigkeit oder doch ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis? Nachdem nun durch den Wegfall der sog. „Vermutungsregelung“ die Beweislast, ob man echter Selbständiger oder Scheinselbständiger ist, endgültig in den Händen der Sozialversicherungsträger liegt, ist es für Unternehmer nun deutlich schwieriger geworden, den gesetzlichen Status ihrer Auftragnehmer zu unterscheiden. Durch den Wegfall der „vier Kriterien“ fehlt nunmehr ein klarer Verhaltungskodex bei der Beschäftigung von externen Spezialisten. Der kleine Unterschied in der Terminologie kann für den mittelständischen Unternehmer weitreichende Folgen nach sich ziehen: Sollte nachträglich eine Scheinselbständigkeit festgestellt werden, kommen neben Nachzahlungen an die Rentenversicherung auch mögliche Bußgelder oder strafrechtliche Konsequenzen auf den Auftraggeber zu. Gerade bei Neugründungen kann dies zum Scheitern der Existenz führen.

Auf dem Podium nehmen Platz:

Jörg Blau, 1. Vors. der Arbeitsgemeinschaft in Hessen tätiger Notärzte (AGHN)

Frau Ulrike Grams, Fachanwältin für Arbeitsrecht

Marco Libudda, Steuerberater, Rentenberater – Director People & Organisation, PricewaterhouseCoopers AG

Alexandre da Silva (angefragt), Geschäftsführer des DGB Hessen-Thüringen

Christa Weidner, IT-Beraterin 

Prof. Dr. Matthias Zimmer, Mitglied des Bundestages, stellv. Vorsitzender des Bundesausschusses für Arbeit und Soziales

Marcus Pohl, 1. Vors. der ISDV e.V.

 

Beginn 18:30 h, Ende ca 20:30 h.

Unter folgendem Link können Sie sich bis zum 22. Februar 2017 anmelden: 

http://isdv.net/anmeldung_event.html

Best Practice and Knowledge Exchange – Ein Rückblick

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(v.l.n.r. ISDV-Vorstand und Referenten: Marcus Pohl, Holger Hübner, Jenny Pohl, Merten Wagnitz, Basty Duellmann, Björn Papendick, Sebastian Daume, Susanne Fritzsch, Andy Barth, Falco Zanini)

Mit 42 Teilnehmern aus den Bereichen Meister, Promoter, Produktionsleiter, Projektsteuerung, FASi, Bühnenbau und Technik war auf der ISDV-Veranstaltung „Best Practice and Knowledge Exchange“ ein breites Spektrum an Interessen vertreten. Die Vorträge und der anschließende Austausch zeigten den Bedarf nach Informationsveranstaltungen, in denen ein regelkonformer und praktischer Arbeitsprozess vorgestellt und erklärt wird.
Nach der Begrüßung durch den ISDV-Vorsitzenden Marcus Pohl eröffnete Holger Hübner, Geschäftsführer der ICS Festival Service GmbH und Mitbegründer des Wacken Open Air, die Vortragsreihe. Er stellte das Festival mit Bildern aus den letzten 27 Jahren und den Zahlen aus 2016 vor und gab Einblicke in die Entstehungsgeschichte und Entwicklung von den kleinen Anfängen 1990 bis zu dem Großevent, das es heute ist. Holger ermöglichte einen Überblick über die Infrastruktur seiner Organisation und die Notwendigkeit einer aufgeschlossenen Zusammenarbeit mit den Behörden und Anwohnern Wackens und den angrenzenden Gemeinden. Die Mischung aus lokalen Firmen und Mitarbeitern und den großen Playern der Branche macht dieses Festival so erfolgreich und beliebt.

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Anschließend hatte die Technikabteilung das Wort. Andreas Barth, Technischer Leiter des WOA und Inhaber der mb-media Event GmbH, koordiniert an Showtagen an die 200 Mitarbeiter. Für ihn sind deshalb klare Strukturketten und ausreichend Informationen die Basis seiner Arbeit. Die Key-Positionen werden mindestens mit Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik besetzt. Erfahrung, Weitblick und Reaktionsvermögen gehören zu den Grundkompetenzen seines Teams. Der von der technischen Leitung erstellte „Leitfaden Bühnenbetrieb“ fasst das mit Anhängen mehrere 100 Seiten umfassende Sicherheitskonzept auf die für den Bühnenbetrieb relevanten Informationen zusammen. Wie Andy Barth ausführt, wird das WOA nach Einführung der neuen MVStättVO in Schleswig-Holstein nicht mehr nach einem baurechtlichen Verfahren sondern per Ordnungsverfügung vom Ordnungsamt genehmigt. Man hat sich aber mit der Behörde darauf geeinigt, die MVStättVO weiterhin als Erkenntnisquelle heran zu ziehen, wo immer das sinnvoll und möglich ist.
Sebastian Daume ist einer der Bühnenmeister des Wacken Open Air. Er arbeitete gemeinsam mit dem Bühnenmeister Merten Wagnitz im 2-Schichtbetrieb. Sebastian beschrieb den Arbeitsablauf der Bühnenmeister auf dem Festival. Grundlegend werde nach Versammlungsstättenverordnung und der DGUV V17 gehandelt. Als Hilfe dienen Checklisten und Protokolle. Bei Abnahmen sicherheitsrelevanter technischer Einrichtungen gelte immer das 6-Augen-Prinzip. Gemeinsam mit dem Gewerkeverantwortlichen und einem weiteren Meister wird kontrolliert und protokolliert. Bei kleinen Bands, die eventuell das erste Mal ein solch großes Festival spielen, muss mit demselben Augenmerk wie bei großen Bands vorgegangen und Prüfzertifikate eingeholt werden. Nicht immer sind Vorschriften und Gesetze ausreichend bekannt.
Merten Wagnitz lenkte in seinem Vortrag den Fokus auf das Sicherheitskonzept für die Bühnen während des Spielbetriebes. Hierbei wurde nochmals deutlich, wieviel das Wacken Open Air in eine funktionierende Infrastruktur investiert. Neben Feststromleitungen, Drainagen und sogar einer unterirdischen Bierleitung wurde in den letzten Jahren eben auch ein Glasfasernetz verlegt, welches das gesamte Festivalgelände abdeckt und mit der Sicherheitszentrale verbindet. So können LED-Wände und Beschallungsanlagen angesteuert, FOH und Monitor alarmiert und Sicherheitshinweise an das Publikum weiter gegen werden. Die Sicherheitszentrale kann dabei einzelne Bereiche oder auch alle Bühnen ansprechen. Für die schnellstmögliche Reaktion in einem Ernstfall steht den Mitarbeitern ein gut ausgebautes internes Alarmierungssystem zur Verfügung.
Seit 2015 hat das Wacken Open Air eine feste Stelle für die Fliegenden Bauten. Björn Papendick, Ingenieur bei mb-media, entlastet damit die zuständige Bauaufsichtsbehörde und seine Kollegen vor Ort, die bis dahin die Aufgaben mit übernommen haben. Maßgeblich für seine Arbeit sind die Musterbauordnung (§ 76 – Genehmigung Fliegender Bauten), die Muster-Richtlinie zum Bau und Betrieb Fliegender Bauten (MFlBauR) und die transparente Zusammenarbeit mit den Behörden. Björn ist Ansprechpartner und Berater in der Entwicklungsphase. Er bereitet die Abnahmen und Kontrollen der Bauten gemeinsam mit der Gastronomie, Sponsoren und Ausstellern vor und klärt diese über statische Besonderheiten auf. Die Abnahme basiert auf einem 3-Säulen-Modell. Der Veranstalter koordiniert die Bauabnahme, der TÜV übernimmt die (Groß-)Bühnen und Gerüstbauten und das Bauamt die Zelte und Sonderbauten. Mit der festen Stelle für die Fliegenden Bauten kommt das Festival einer Überlastung der Behörden und des örtlichen Personal entgegen. Die Abnahmen sind durch einen Fachmann vorbereitet und können auf einige Tage eingegrenzt werden. Das spart Kosten und Nerven und verhilft dem Festival zu mehr Sicherheit und einem guten Ruf.
Als Fachkraft für Arbeitssicherheit (FASi) und Sicherheits- und Gesundheitskoordinator (SiGeKo) ist Falco Zanini seit vier Jahren für das WOA tätig. Seine Handlungshilfen sind das Arbeitsschutzgesetz, die Betriebssicherheitsverordnung, die DGUV V1 und die DGUV Informationen I 211-006 und I 215-830. Mit der Sicherheitskoordination müsse, so Falco, so zeitig wir möglich begonnen werden. Das Wacken-Team gibt zur Vereinheitlichung und besseren Kontrolle Vorlagen für Gefährdungsbeurteilung und Unterweisungen an die verschiedenen Gewerke, Firmen und Mitarbeiter heraus, die diese aufbereiteten müssen. Kontrollen, Fach- und Aufklärungsgespräche vor Ort sollen Fehlverhalten stoppen, denn Reden schafft Bewusstsein. Die Statistik zeigt, dass es funktioniert. Den Verantwortlichen des Festivals sind keine nennenswerten Personen oder Materialschäden in den letzten Jahren bekannt. Nichtsdestotrotz müssen ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess erhalten bleiben und wenn nötig, etablierte Strukturen aufgebrochen werden.

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Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden durch die Fragen der Teilnehmer einige Themen nochmals vertieft. Holger Hübner schilderte die Vorteile, die durch die gute Zusammenarbeit mit Behörden entstehen und machte deutlich, dass das Aufbrechen von alten Strukturen und das Schaffen von neuen Stellen zu mehr Struktur und Sicherheit führen kann.
Weitere Fragen gab es zu Schutzräumen bei Unwettern, wobei dem WOA hier die Nähe zwischen Festival- und Camping-/Parkgelände zugute kommt, zu Arbeitszeiten: Schichtsystem und elektronisches Ein- und Auschecken regeln diese, zu Lautstärke und dem Umgang mit Anwohner- und Besucherschutz, zu Verkehrssicherungspflicht und Arbeitsschutz. Wichtig waren immer wieder die Hinweise auf gültige Gesetze und Verordnungen und deren Wissen darum. Halbwissen schützt im Zweifelsfall nicht. Erst eine ausreichende Information, die Auseinandersetzung mit Vorschriften und eine ausführliche Dokumentation schaffen Sicherheit und gleichzeitig auch Spielräume.

Ein herzlicher Dank geht an unsere Referenten und die Teilnehmer für ihre Beiträge.

4. Mitgliederversammlung und Wiederwahl des Vorstandes

ISDV wählt Vorstand in der 4. Mitgliederversammlung

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(v.l.n.r.: Jörg Schiefke, Basty Duellmann, Jenny Pohl, Marcus Pohl, Susanne Fritzsch, Merten Wagnitz)

Am 23.1.2017 fand in Frankfurt a.M. die erste Wiederwahl des ISDV-Vorstandes statt. Der Vorstand wurde durch die 4. Mitgliederversammlung einstimmig gewählt und mit Jenny Pohl auf sechs Personen erweitert. Jenny Pohl wird die Aufgaben der Geschäftsstellenleitung und Mitglieder-Administration übernehmen.
Wir gratulieren ihr zur Wahl und freuen uns auf eine ereignisreiche und produktive Amtszeit.

Die Vorstandsmitglieder:
Marcus Pohl – 1. Vorsitzender und GF
Basty Duellmann – 2. Vorsitzender und GF
Susanne Fritzsch – Pressereferentin
Jenny Pohl – Geschäftsstellenleitung und Mitglieder-Admin.
Merten Wagnitz – Vorstandsmitglied
Jörg Schiefke – Vorstandsmitglied

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(4.Mitgliederversammlung)